DIE THEATERPÄDAGOGIK

Das Konzept.

„Ich habe nie von einem Verbrechen gehört, das ich nicht hätte begehen können.“
(Goethe)

Wir werden täglich mit Gewalt konfrontiert, sei es in den Nachrichten, im Internet, in Filmen oder Computerspielen. Die Darstellung von Gewalt ist für uns zum leicht zugänglichen Konsumgut geworden. Der reine Konsum der Gewalt geht allerdings meist nicht mit der Reflektion einher, wie oder warum ein Mensch gewalttätig werden kann.
Das Braunschweiger Theater Grand Guignol stellt Menschen und ihre Biografien in den Mittelpunkt, denen Gewalt widerfahren ist und die diese Gewalt weitergetragen haben. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wo Gewalt beginnt.

 

Vor- und Nachbereitung.

In der theaterpädagogischen Arbeit wird es Aufgabe sein, die Schüler*innen auf die Thematik vorzubereiten und das Gesehene nachzubereiten.
Dabei stehen vier Hauptbausteine im Fokus: Ursachen-Forschung, Reflektion, Positionierung und Sensibilisierung.
Die theaterpädagogische Arbeit wird sich in der Vorbereitung unter Zuhilfenahme verschiedener Spiel- und Erzählformate folgenden Fragen annähern:

Wer bestimmt eine Biografie?
Was empfinde ich als Gewalt?
Wie und wo wäre ich unter bestimmten Gesetzmäßigkeiten?
Entscheide ich über mein Leben?
Was ist das Gegenteil von mir?

Nach der Vorbereitung folgt der Besuch einer Vorstellung, inklusive eines Nachgespräches in besonderem Format zwischen Schüler*innen und Schauspieler*innen.
In der Nachbereitung werden wir den Schwerpunkt auf das Gesehene, den Lebensweg der beschriebenen Figur und die Reflexion der Schüler*innen legen.
Hierfür nutzen wir unterschiedliche Feedback-Formate von „DAS-Theatre“ und „Forced Entertainment“.
Diese bewährten Formate, die eine klar definierte Struktur vorgeben, können sehr hilfreich sein, um Gedanken zu einem Thema zu präzisieren und gezielt zu äußern.

Das Theater Grand Guignol veröffentlicht innerhalb von zwei Spielzeiten vier Stücke.
Das vierte Stück „RATTENKINDER“ soll mit Hilfe der Schüler*innen entwickelt werden.
Dafür wird ein Fragebogen ausgearbeitet, der anonymisiert von den Schüler*innen ausgefüllt werden soll, in dem wir Fragen stellen, bei denen es um ihre Positionen, Gedanken und Gefühle zu Gewalt und Gerechtigkeit geht.
Dieser letzte Schritt, der von der Symbiose der Theatermacher*innen, Theaterpädagog*innen und Schüler*innen lebt, soll konzeptuell das letzte Stück bestimmen; die Antworten der Schüler*innen dienen als sprachliches Fundament für das Stück „RATTENKINDER“.
Die Schüler*innen werden also zu einem wichtigen und notwendigen Teil des kreativen Schaffungsprozesses und erhalten zugleich eine Stimme.

Die Besonderheit des Theater Grand Guignol, keine standardisierten dramatischen Stoffe zu inszenieren, sondern reale Geschichten von Menschen auf der Bühne zu verhandeln, bietet der begleitenden Theaterpädagogik und den teilnehmenden Schüler*innen die Möglichkeit, sich zu äußern und Haltung zu beziehen.

Dies ist eines der Kernziele unserer pädagogischen Arbeit: Jungen Menschen die Aufgabe zu geben sich einzumischen, Haltung zu beziehen, sich und die Welt zu hinterfragen und gegebenenfalls sogar zu ändern.

 

Zielgruppe.

Unser Theater ist für Menschen ab 16 Jahren geeignet.

 

Buchen und besuchen.

Wenn Sie mit Ihrer Klasse oder Ihrem Kurs eine unserer Vorstellungen besuchen möchten, einen Vor- oder Nachbereitungsworkshop wünschen oder weitere Informationen benötigen, schreiben Sie unserem Theaterpädagogen Mathias Müller eine E-Mail an: mathias.mueller@grand-guignol.de oder benutzen Sie das Kontaktformular.